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Analysen - Technisch
14.07.2021
EUR/CHF: Marke von 1,10 schwer zu überschreiten
DekaBank

www.forexcheck.de

Frankfurt (www.forexcheck.de) - Der EUR/CHF-Kurs tut sich schwer, die Marke von 1,10 nach oben zu überschreiten, so die Analysten der DekaBank.

Auch im Juni habe sich der Wechselkurs knapp darunter bewegt. Stützende Argumente würden sich derzeit für beide Währungen finden. Die Ausbreitung der Delta-Mutation in Europa stimme zwar vorsichtig, tue aber der kräftigen wirtschaftlichen Erholung in Euroland und auch in der Schweiz keinen Abbruch. Das Wirtschaftswachstum der Schweiz profitiere zudem von den Sportereignissen dieses Jahres (Fußball-EM, Olympische Spiele), die hohe Lizenzeinnahmen in die Kassen der in der Schweiz ansässigen Sportverbände spülen würden.

Im geldpolitischen Ausblick gebe es zwischen der Europäischen Zentralbank und der Schweizerischen Nationalbank kaum Unterschiede. Beide Notenbanken würden an ihren expansiven Kursen festhalten, auch wenn die Inflationsraten in diesem Jahr deutlich ansteigen würden (Mai-Inflation in der Schweiz bei 0,6%, in Euroland bei 2%). Denn dieser Anstieg sei Corona-bedingten Effekten geschuldet und daher nur temporär, sodass von beiden Notenbanken noch lange keine restriktiven Maßnahmen zu erwarten seien. Entsprechend würden die Renditeunterschiede zwischen den Bundesanleihen und den Schweizerischen Staatsanleihen, die nahezu als Substitute gehandelt würden, nahe Null liegen. Vor diesem Hintergrund dürfte der Euro nur langsam gegenüber dem überbewerteten Schweizer Franken aufwerten können. Dazu beitragen sollte auch das avisierte Ende der Corona-bedingten Wertpapierkäufe der EZB (PEPP) im kommenden Jahr.

Der Schweizer Franken bleibe überwertet. Mit ihrer politischen Neutralität und der robusten Wirtschaft (auch im Corona-Jahr 2020) sei die Schweiz "als sicherer Hafen" vor allem in Zeiten erhöhter Risikoaversion von den Anlegern stark gefragt. Im Hochpunkt der Risikoaversion im Lockdown-Frühjahr 2020 sei der EUR/CHF-Kurs bis auf 1,05 gefallen. Doch zum Jahresende 2020 seien die Weichen für eine langsame Abwertung des Franken gegenüber dem Euro gestellt worden: Der Erfolg der Impfkampagnen, die konstruktive Wirtschaftspolitik des neuen US-Präsidenten Biden sowie ein sich festigender Erholungspfad 2021/22 in Euroland, auch mit Hilfe des EU-Wiederaufbaufonds, würden die Risikoaversion der Anleger und damit die Nachfrage nach dem Franken reduzieren. Die SNB werde weiterhin mit Negativzinspolitik und Devisenkäufen gegen die Franken-Stärke vorgehen. (Ausgabe 07/2021) (14.07.2021/fx/a/t)


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