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Analysen - Technisch
07.03.2018
Gute Gründe für einen festen Euro?
Deutsche Bank

www.forexcheck.de

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Es ist immer wieder faszinierend mitzuerleben, wie schnell sich Meinungen und Begründungen an den Finanzmärkten ändern können, so die Analysten der Deutschen Bank.

Dafür reiche ein Blick vier Handelstage zurück. Denn seinerzeit, am 28. Februar, habe der Euro noch auf dem tiefsten Punkt des Monats notiert. Tags darauf habe US-Präsident Donald Trump geradezu eine Bombe platzen lassen, als er verkündet habe, er wolle Stahl- und Aluminium-Importe mit Zöllen in Höhe von 25 bzw. 10 Prozent belegen. Die Finanzmärkte hätten angesichts eines drohenden Handelskrieges entsprechend heftig reagiert. Und auch der Dollar sei wegen damit verbundenen US-Wachstumssorgen, so das Argument vieler Akteure, unter Druck geraten. Auf jeden Fall habe man vor dem vergangenen Wochenende nicht gerade von Risikofreude der Marktteilnehmer sprechen können. Und auch danach wussten die Akteure vielerorts nichts mit den politischen Neuigkeiten anzufangen, so die Analysten der Deutschen Bank. Allem voran mit dem Wahlergebnis in Italien, das trotz aller Schwierigkeiten, dortzulande eine schnelle Regierung zu bilden, schnell weggesteckt worden sei.

Nun scheine sich der Wind gedreht zu haben, denn gestern habe es in der Tat eine Überraschung gegeben: Nordkorea wolle mit den USA im kommenden Monat Gespräche über seine mögliche Denuklearisierung aufnehmen.

Die globalen Aktienmärkte hätten auf breiter Front angezogen, der Dollar habe sich indes weiter abgeschwächt. Die Risikofreude der Marktteilnehmer sei gestiegen, sei zu vernehmen gewesen. Dies sei, wie zum Beweis, vor allen Dingen am plötzlich schwächelnden Schweizer Franken - in Krisenzeiten ein sicherer Hafen - zu sehen. Interessanterweise habe sich der Franken aber bereits an den beiden vorangegangenen Handelstagen gegenüber dem Euro und selbst im Verhältnis zum Greenback abgeschwächt. Ähnlich wie übrigens der Yen, der gerade in Sachen Korea-Krise ebenfalls immer wieder als sicherer Hafen genannt werde.

Und was den drohenden Handelskrieg der USA angehe, hätten diverse republikanische Spitzenpolitiker Donald Trump gedrängt, seine Politik, ausländische Importe mit Strafzöllen zu belegen, nicht fortzusetzen. Das hätte dem Dollar konsequenterweise doch auch helfen können. Tatsächlich habe der feste Euro wie die gestrige Marktreaktion zeige, einige Akteure auf dem falschen Fuß erwischt. Und jener scheine sich - abseits aller guten Begründungen - auch weiterhin in Richtung der Obergrenze seiner Konsolidierung zwischen 1,2150/55 und 1,2555 bewegen zu wollen. (07.03.2018/ac/a/m)


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