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EUR/CHF: Franken unter Aufwertungsdruck


10.09.2019
DekaBank

Frankfurt (www.forexcheck.de) - Der Schweizer Franken steht unter Aufwertungsdruck, so die Analysten der DekaBank.

Seit Anfang August bewege sich der EUR/CHF-Kurs unter 1,10. Auf dieses Niveau habe die Schweizerische Notenbank in der Vergangenheit verstärkt mit Devisenkäufen reagiert und tue dies auch jetzt. Die Franken-Stärke resultiere aus derzeit erhöhter Risikowahrnehmung, die die Nachfrage nach sicheren Häfen befeuere. Dazu würden der andauernde globale Handelsstreit sowie das gestiegene Risiko eines No-Deal-Brexits mit Boris Johnson als Premierminister in UK zählen. Auch schwache Konjunkturdaten aus Euroland sowie die ab September erwarteten Lockerungsmaßnahmen der EZB würden den Franken gegenüber dem Euro stützen.


EUR/CHF bewege sich jüngst auf schwachem Euro-Niveau (1,0930 bis 1,0811) seitwärts. Im Falle eines nachhaltigen Anstiegs über 1,1000 sei ein Test in Richtung 1,1160 bis 1,1200 nicht ausgeschlossen. Unterhalb von 1,0800 nehme die Gefahr eines erneuten Rücksetzers (1,0620) deutlich zu. Die Chancen einer technischen Euro-Erholung würden aktuell leicht höher gewichtet.

Der Schweizer Franken bleibe überwertet. Nachdem 2018 das gute wirtschaftliche Umfeld die Suche nach Sicherheit und damit die Nachfrage nach der Schweizer Währung über weite Strecken begrenzt habe und der EUR/CHF-Kurs infolgedessen sogar bis auf knapp 1,20 habe ansteigen können, würden nun zunehmende geopolitische Risiken und eine schwächere globale Wachstumsdynamik die Risikowahrnehmung erhöhen. Mit ihrer politischen Neutralität und der soliden Wirtschaft sei die Schweiz als sicherer Hafen wieder stark gefragt.

Die Erwartung erneuter Lockerungsmaßnahmen der EZB (Senkungen des Einlagensatzes, Wiederaufnahme der Wertpapierkäufe), die mit schwachen Konjunkturdaten und niedrigen Inflationserwartungen in Euroland zusammenhängen würden, erschwere die Abwertung des Franken zusätzlich. Die SNB dürfte noch lange an ihrer Negativzinspolitik und Devisenkäufen gegen die Franken-Aufwertung festhalten. Langfristig würden die Analysten mit einer langsamen und volatilen Franken-Abwertung unter den Annahmen rechnen, dass sich die geopolitischen Risiken nicht extrem verschärfen würden und dass Eurolands moderater Aufschwung anhalte. (Ausgabe September/ Oktober 2019) (10.09.2019/fx/a/t)



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