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EUR/USD: Zweifel an Dauerhaftigkeit des US-Aufschwungs


30.07.2018
Deutsche Bank

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Fast hat es den Anschein, als habe sich US-Präsident Donald Trump eine Alarmfunktion für wichtige neue ökonomische Daten eingerichtet, berichtet die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Jedenfalls dränge sich der Gedanke auf, wenn man berücksichtige, wie oft und wie schnell er in jüngster Vergangenheit auf Veröffentlichungen reagiert habe. Angesichts des starken US-Wirtschaftswachstums, das am Freitag als erste Schätzung des zweiten Quartals bekannt gegeben worden sei, sei es insofern nur logisch gewesen, abermals einen Kommentar von ihm zu erwarten. Und dieser sei tatsächlich prompt gefolgt. Die Wirtschaftsleistung der Monate April bis Juni habe, auf das Jahr hochgerechnet, 4,1 Prozent betragen und sich somit gegenüber dem ersten Vierteljahreszeitraum nahezu verdoppelt. Bei Trump habe dieser an sich wenig überraschende Umstand eine Salve des Selbstlobes ausgelöst. Die ganze Welt würde die USA um ihre Wirtschaft beneiden, habe er - auf gewohnt unbescheidene Art - via Twitter verkündet.


Interessant sei, dass Trump die Wachstumszahlen als nachhaltig beschreibe und davon ausgehe, es handle sich nicht um eine einmalige Angelegenheit. Er gehe sogar noch einen Schritt weiter und behaupte, die USA hätten "eine historische Wende" in ihrer Wirtschaft geschafft. Es sei absolut verständlich, dass der US-Präsident versuche, ökonomische Erfolge bestmöglich zu vermarkten. Dies möge "Joe Normal" auf Amerikas Straßen auch durchaus beeindrucken und somit Wählerstimmen festigen.

Marktteilnehmer dies- und insbesondere jenseits des Atlantiks seien bei der Interpretation solcher Aussagen hingegen deutlich zurückhaltender. Der allgemeine Tenor spiegele zwar die positive Tendenz der Zahlen wider, was sich zuvor bereits in den relativ hohen Prognosen habe ablesen lassen. Was aber die Tragfähigkeit des US-Aufschwungs angehe, herrsche eher Skepsis. Zweifel gebe es beispielsweise, weil der Aufschwung von Konsum getragen worden sei, der seinerseits einem massiven fiskalischen Stimulus zu verdanken gewesen sei, und dergleichen lasse sich nun einmal nicht beliebig oft wiederholen. Dieser Effekt werde demnach früher oder später abebben. Zudem fehle es derzeit an Fantasie, wie der nächste Produktivitätsboom durchführbar sein könnte, da der US-Arbeitsmarkt kaum noch Ressourcen dafür biete - von kommenden Zinserhöhungen der US-Notenbank ganz abgesehen.

Der Euro habe sich angesichts der positiven US-Daten am Freitag gut aus der Affäre gezogen. Er habe den Tag freundlich geschlossen und bewege sich wie gehabt in der Mitte seiner Konsolidierung zwischen 1,1505 und 1,1855 EUR/USD (ISIN EU0009652759/ WKN 965275). (30.07.2018/ac/a/m)


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