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EUR/USD: Die 120 Tage von Washington


27.07.2018
Deutsche Bank

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Normalerweise gibt es stärkere Reaktionen am Devisenmarkt, wenn die EZB tagt. Aber es mangelte eben im Gegensatz zur Juni-Sitzung an Überraschungen, berichtet die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

So halte die EZB an ihrem allmählichen Ausstieg aus der ultra-lockeren Geldpolitik und dem Leitzins von 0 Prozent erwartungsgemäß fest. Der EZB-Rat gehe davon aus, dass die Leitzinsen mindestens über den Sommer 2019 hinweg und auf jeden Fall solange wie nötig auf diesem niedrigen Niveau bleiben würden. Gerade der Satz "through the summer of 2019" sei zuletzt immer wieder diskutiert worden, da verschiedene Übersetzungen des EZB-Statements vom Juni kursiert hätten. EZB-Präsident Mario Draghi habe noch einmal klargestellt, dass alleine der englische Text des Statements maßgeblich sei.


Immerhin gab es doch noch einen kleinen Wink Draghis zum "Sommer 2019", der andeutete, dass sich die EZB mit der Tatsache wohl fühle, dass der Derivatemarkt für September 2019 eine Zinserhöhung von zehn Basispunkten - die Deutsche Bank AG geht von 20 Basispunkten aus - mit einer Wahrscheinlichkeit von 57 Prozent eingepreist hätte. Außerdem habe Draghi auf ein robustes Wirtschaftswachstum hingewiesen, und auch die Inflation bewege sich in Richtung der Zielgröße von knapp 2 Prozent - ein leicht falkenhaftes Statement. Hinsichtlich der Zinserwartungen für das kommende Jahr könnte man übrigens indes eher von einer leicht taubenhaften Note sprechen. Viele Akteure würden sich unterdessen fragen, ob die Ergebnisse aus dem gestrigen Treffen von US-Präsident Donald Trump mit EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker ein Erfolg gewesen seien.

Man könnte die Antwort darauf übrigens ganz gut mit den Worten von Außenminister Heiko Maas umschreiben, der gestern gegenüber Reuters geäußert habe, die EU habe Zeit im Streit mit den USA gewonnen. Auch handle es sich (bei dem "Waffenstillstand") nicht um ein endgültiges Ergebnis, aber damit sei ein positives Resultat wahrscheinlicher geworden. Immerhin sei beruhigend, dass US–Finanzminister Steven Mnuchin bestätigt habe, dass es für die Dauer der Verhandlungen über Handelsfragen vorerst keine Einfuhrzölle auf Autos aus der EU geben solle. Denn bislang habe laut Medienberichten nur die EU erklärt, dass es beim Treffen zwischen Trump und Juncker am Mittwochabend eine solche Vereinbarung gegeben hätte. Eine Vereinbarung, die wohl 120 Tage, also bis Ende November gelten solle.

Der Euro habe sich zum Handelsschluss etwas abgeschwächt, verbleibe aber leicht unter der Mitte seiner Konsolidierung zwischen 1,1505 und 1,1855 EUR/USD (ISIN EU0009652759/ WKN 965275). (27.07.2018/ac/a/m)


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