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EUR/USD: Mehr Zufall als fundamentale Systematik


11.07.2018
Deutsche Bank

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Nun hat es der Euro (ISIN: EU0009652759, WKN: 965275) tatsächlich geschafft, seinen kleinen Aufwärtsimpuls, der am vergangenen Freitag begonnen und am Montag seinen Höhepunkt gefunden hatte, gestern innerhalb weniger Stunden wieder zunichte zu machen, so die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Und die Begründungen für diese Kursentwicklung seien durchaus erstaunlich. Während nämlich Beobachter zuvor den Kursaufschwung des Euro zurückgewonnener Risikofreude der Akteure zugeschrieben hätten, weil die Ängste vor einer Eskalation des Handelskrieges vor allem zwischen den USA und China geschwunden seien, habe die Begründung für den gestrigen Rückgang des Euro ähnlich gelautet. Die gestiegene Risikofreude habe zu stärkerer Dollar-Nachfrage geführt und demzufolge dem Euro wiederum geschadet, habe es geheißen. Andere Beobachter wiederum hätten den Rückgang des Euro auf die schlechter als erwartet ausgefallene ZEW-Umfrage zurückgeführt.

Tatsächlich sei der Index sowohl hinsichtlich der Lageeinschätzung als auch hinsichtlich der Erwartungen für Deutschland (wie für die Eurozone) nicht nur deutlich hinter den Prognosen der Ökonomen, sondern auch hinter den Vormonatswerten zurückgeblieben. Allein: Trotz der miserablen Zahlen habe sich der Euro in der Stunde nach Publikation der ZEW-Daten, die übrigens sehr häufig Erwartungen von Analysten und Börsianern widerspiegeln würden, nicht so recht bewegen wollen. Oder hätten die Akteure womöglich erst mit Verspätung reagiert? Das könnte man natürlich auch für die Industrieproduktionszahlen aus Frankreich und Italien behaupten, die ebenfalls enttäuscht hätten, aber sogar noch eine Stunde früher als der ZEW-Index publiziert worden seien.

Wenn man schon nach Fundamentaldaten als Begründung für die gestrige Kursentwicklung suche, sollte man nicht den NFIB-Index zum Geschäftsoptimismus kleiner US-Unternehmen vergessen, der im Juni nur leicht hinter dem Vormonatswert gelegen habe und dennoch immer noch den sechsthöchsten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1986 repräsentiert habe: Robuster Optimismus wegen starker Umsatzzahlen, guter Gewinne und Schaffung von Arbeitsplätzen. Allerdings würden die Analysten hinter der gestrigen Kursentwicklung eher Zufallsentwicklungen als fundamentale Systematik vermuten - ein typisches Kennzeichen für eine Konsolidierung, wie sie der Euro derzeit zwischen den Marken 1,1505 und 1,1855 absolviere. (11.07.2018/ac/a/m)

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