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EUR/USD ausgesprochen robust


12.06.2018
Deutsche Bank

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Gemessen an den zurückliegenden politischen und den bevorstehenden wichtigen ökonomischen Ereignissen in dieser Woche ist der Euro-Handel nicht nur vergleichsweise ruhig verlaufen, sondern die Gemeinschaftswährung präsentierte sich gestern auch noch ausgesprochen robust, berichtet die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Nachdem das G-7-Treffen vom vergangenen Wochenende die Akteure mit einer gewissen Ratlosigkeit zurückgelassen habe, sei es fast erstaunlich, dass sich an den Devisenmärkten kaum Risikoaversion bemerkbar gemacht habe. Das möge zum einen daran liegen, dass die Erwartungen der Akteure an das Treffen der führenden Industrienationen ohnehin nicht hoch gewesen seien. Zum anderen habe sich die Situation in Italien deutlich entspannt. Dies habe sich vor allen Dingen an den Renditen für zweijährige Staatsanleihen bemerkbar gemacht, die gegenüber Freitag von 1,8 auf zuletzt 1,11 Prozent gesunken seien.


Diese Beruhigung verdanke sich in erster Linie dem neuen Wirtschafts- und Finanzminister Giovanni Tria, dessen Statement vom Sonntag - es sei das erste seit seiner Amtseinführung gewesen - auch gestern noch Wirkung gezeigt habe. Tria habe nämlich betont, dass Italiens neue Koalitionsregierung nicht die Absicht habe, den Euro zu verlassen, und sich darauf konzentrieren wolle, die Staatsverschuldung zu senken. Tria, der keiner Partei angehöre, habe sich auch von Plänen aus Reihen der Koalition distanziert, mit der Begebung von Anleihen quasi ein paralleles Zahlungsmittel einführen zu wollen. Demzufolge hätte das Finanzministerium kurzlaufende zinslose Anleihen begeben, mit denen die Gläubiger Steuerschulden hätten begleichen oder staatliche Dienstleistungen bezahlen können.

Zwar sei Tria Antworten schuldig geblieben, wie er die angekündigten großen Reformvorhaben oder die Verschiebung der automatischen Erhöhung der Mehrwertsteuer wegen früherer verfehlter Defizitziele finanzieren werde. Aber die Marktteilnehmer schienen zumindest gestern die guten Absichten des neuen Wirtschaftsministers nicht hinterfragen zu wollen, so die Deutsche Bank AG.

Ansonsten würden viele Akteure mit Spannung nicht nur auf die Publikation mehrerer Inflationsdaten, sondern vor allem auf die Sitzungen der US-Notenbank, der EZB und der Bank von Japan blicken, die allesamt in dieser Woche stattfinden würden. Dabei dürfte wohl die EZB-Sitzung mit einer Diskussion oder gar möglichen Entscheidung über die Beendigung der Anleihekäufe das größte Überraschungspotenzial bergen. Denn von der FED und BoJ seien dem Anschein nach keine Überraschungen zu erwarten - eine Leitzinserhöhung bzw. unveränderte Geldpolitik gelte für die Akteure als so gut wie sicher. Und so bleibe der Euro in seinem aufwärtsgerichteten Korrekturpfad, der nun breiter zwischen 1,1720 und 1,1955 EUR/USD (ISIN EU0009652759/ WKN 965275) verlaufe. (12.06.2018/ac/a/m)


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