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EUR/USD: Neue Euro-Prognosen per Jahresende


07.06.2018
Deutsche Bank

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Es sind vor allen Dingen die politischen Unsicherheiten in Italien und teilweise auch in Spanien, die uns zu einer Änderung der Euro-Prognosen zum Jahresende bewogen haben, berichtet die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Die Pläne der neuen Regierungskoalition in Italien, die den EU-Haushaltsregeln diametral entgegenstünden, könnten sich nämlich auch negativ auf die Reformvorhaben von Bundeskanzlerin Angela Merkel auswirken. Diese habe sich jüngst für mehr europäische Investitionen in der Peripherie eingesetzt und auch für mehr Solidarität, etwa in Form eines Europäischen Währungsfonds, stark gemacht. Vorhaben, die zwar hinter den ambitionierteren Reformplänen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron zurückbleiben, aber gerade im Lichte einer möglichen Eskalation zwischen Rom und Brüssel realistisch erscheinen würden. Deswegen sieht die Deutsche Bank AG den EUR/USD (ISIN EU0009652759/ WKN 965275) per Jahresende derzeit nur noch bei 1,20 (zuvor 1,28). Allerdings handle es sich nicht um einen prinzipiellen Richtungswechsel für den Euro, sondern lediglich um eine zeitliche Verschiebung. Denn man erkenne bei der Gemeinschaftswährung, insbesondere sofern sich die politische Situation in der Eurozone beruhigen sollte, langfristig nach wie vor Aufwärtspotenzial.

Unterdessen scheine der Euro zumindest kurzfristig einen Boden gefunden zu haben. Dies habe sich schon gestern Abend abgezeichnet, als die Nachrichtenagentur Bloomberg aus informierten Kreisen berichtet habe, die EZB wolle sich bereits bei ihrer kommenden Sitzung mit dem Ausstieg aus dem Anleihekaufprogramm auseinandersetzen.

Zwei wichtige Vertreter aus dem EZB-Rat hätten (neben anderen Mitgliedern) gestern jene Quellen bestätigt. Zum einen habe sich EZB-Chefvolkswirt Peter Praet ausgesprochen zuversichtlich gezeigt, dass die Inflationsrate das angepeilte Ziel erreichen werde. Denn er gehe davon aus, dass sich die angespannte Situation am Arbeitsmarkt nun stärker in Lohnerhöhungen niederschlagen werde. Auch halte er die derzeitige Wachstumsschwäche in der Eurozone (wie seine Kollegen) für vorübergehend, so Praet. Dessen jüngstes Statement sei bemerkenswert, weil es sich von seiner bisherigen, eher vorsichtigen Haltung in Sachen Inflationsentwicklung deutlich abhebe. Das zweite wichtige Statement des Tages von Bundesbankpräsident Jens Weidmann könne ebenfalls als Bestätigung gewertet werden, dass bei der Sitzung am 14. Juni über das bevorstehende Ende der Anleihekäufe diskutiert werde. Unterdessen habe der Euro seinen kurzfristigen Abwärtstrend verlassen und bewege sich nun auf einem Korrekturpfad, der zwischen 1,1615/20 und 1,1900 verlaufe. (07.06.2018/ac/a/m)

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