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EUR/USD: Rückkehr des US-Dollar


16.05.2018
DekaBank

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Der Euro hat gegenüber dem US-Dollar über die vergangenen Wochen spürbar abgewertet, so die Analysten der DekaBank.

Mitte April habe der EUR-USD-Wechselkurs noch bei 1,24 gelegen. In den folgenden drei Wochen sei dann eine Euro-Abwertung bis auf 1,18 EUR/USD gefolgt. Damit habe der EUR/USD-Wechselkurs wieder auf dem Niveau gelegen, mit dem er in das Jahr gestartet sei. Die Euro-Schwäche sei einhergegangen mit fallenden Zinsen in Euroland und steigenden Zinsen in den USA, wodurch der US-Zinsvorteil deutlich angestiegen sei und Niveaus erreicht habe, die es in den vergangenen fast 30 Jahren nicht gegeben habe. Der Zinsunterschied zwischen US-amerikanischen und deutschen Staatsanleihen habe Anfang Mai über drei Prozentpunkte erreicht und selbst bei einer Laufzeit von zehn Jahren habe der US-Zinsvorsprung noch bei 2,4 Prozentpunkten gelegen.

Charttechnik: EUR/USD habe den Seitwärtshandel der letzten Monate (1,2550 bis 1,2150) nach unten verlassen. Der Bruch der Unterstützung bei 1,2090 habe der Bewegung zusätzliche Dynamik verliehen. In der Folge sei ein vorläufiges Tief bei 1,1822 erreicht worden, bevor sich der Kurs um 1,1950 stabilisiert habe. Damit hätten sich die Chancen für den USD wieder erhöht. Aktueller Support bei 1,1715/1,1560. Erst Wochenschlusskurse über 1,2090 würden das Euro-Bild verbessern.

Perspektiven: Für den Euro würden die Analysten der DekaBank mit Blick auf die fundamentalen Faktoren gegenüber dem US-Dollar über die nächsten Monate noch keine Trendwende erwarten. Sie würden mit einer weiterhin hohen Zinsdifferenz zwischen US-Treasuries und deutschen Bundesanleihen rechnen. Der US-Zinsvorsprung dürfte sich bei kurz- und mittelfristigen Staatsanleihen ausweiten und bei langfristigen Staatsanleihen überdurchschnittlich groß bleiben. Zudem seien die Wachstumsaussichten für die US-Wirtschaft günstiger als für Euroland. Grundsätzlich stützend für den Euro sei dagegen die von den Analysten der DekaBank prognostizierte Verfestigung des Aufschwungs in Euroland. In den USA habe die Notenbank 2015 das Anleihekaufprogramm beendet. Die US-Leitzinswende sei im Dezember 2015 erfolgt, während die Europäische Zentralbank frühestens 2019 die erste Leitzinserhöhung beim Einlagensatz vornehmen werde. Entsprechend werde die Geldpolitik den Euro zunächst noch tendenziell belasten. (16.05.2018/ac/a/m)

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