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EUR/USD: Fast aus dem Nichts aufs Jahrestief gefallen


16.05.2018
Deutsche Bank

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Nun ist der Euro dort angekommen, wo er sich vor einer Woche schon einmal befand: am Jahrestief, berichtet die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Man möge die gestrigen ökonomischen Daten als Auslöser für die jüngste Euro-Schwäche benennen. Aber seien die Daten für die Eurozone wirklich so schlecht ausgefallen? Die Revision der Wachstumszahlen für das erste Quartal 2018 habe sowohl den Erwartungen als auch der ersten vorläufigen Schätzung entsprochen. Oder habe man etwa das Haar in der Suppe in den Zahlen zur enttäuschend ausgefallenen Industrieproduktion der Eurozone im März finden wollen? Die hätten doch zum ersten Quartal gehört. Bliebe da noch als möglicher Unsicherheitsfaktor für den Euro die Regierungsbildung in Italien vom Wochenende, die vielerorts als ungünstig für die Europa- und Wirtschaftspolitik gesehen werde. Ein Umstand, der allerdings am Montag noch ignoriert worden sei, als sich der EUR/USD (ISIN EU0009652759/ WKN 965275) auf rund 1,1995 befestigt habe.

Auch aus den USA habe es gestern keine Signale gegeben, die auf den ersten Blick einen Kursrückgang des Euro von zwischenzeitlich 1,5 Prozent gegenüber dem US-Dollar seit Montag gerechtfertigt hätten. Zwar seien die dortigen Einzelhandelsumsätze unter dem Strich im April eine Spur besser als erwartet ausgefallen. Aber diese Daten seien von den meisten Kommentatoren ignoriert worden. Stattdessen sei darauf verwiesen worden, dass die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen wieder einmal die 3-Prozent-Marke deutlich überschritten habe - für viele angesichts eines neuen 7-Jahres-Hochs ein wichtiges Dollar-Kaufargument. Dabei werde übersehen, dass sich etwa die Rendite der Bundesanleihen hierzulande während der vergangenen 48 Stunden ähnlich stark befestigt habe.

Tatsächlich sei es die Marktverfassung, die dem Euro zu schaffen mache. Dabei genüge ein erneuter Blick auf die zumindest hinsichtlich der Stimmung aussagekräftigen CFTC-Zahlen zu den Euro-Futures-Positionen in Chicago. Dort lagen nämlich die spekulativen Long-Positionen in Euro per 8. Mai immer noch auf dem hohen Niveau der Vorwoche - die Deutsche Bank AG berichtete darüber - von 120.000 Kontrakten; gar nicht einmal so weit weg vom Rekordhoch Mitte April (151.000 Kontrakte). Mit anderen Worten: Trotz der gerade auch seinerzeit vorherrschenden Euroschwäche seien etwaige Verluste dieser Engagements bis dahin nicht realisiert worden. Es sei gut möglich, dass die Erholung des Euro bis zum Montag zur Bereinigung etlicher Schieflagen genutzt worden sei. Zumindest spreche dessen kurzfristiger Abwärtstrend, der nunmehr zwischen 1,2065/70 und 1,1705/10 verlaufe, für einen derartigen Erklärungsansatz. (16.05.2018/ac/a/m)

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