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EUR/USD: Strafzoll-Auswirkungen überschaubar


30.04.2018
Deutsche Bank

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Im Hinblick auf den 1. Mai, der als möglicher Termin für das Inkrafttreten der US-Strafzölle gehandelt wird, setzte Europa vergangene Woche alles daran, in den USA gute Stimmung zu verbreiten, so die Analysten der Deutschen Bank im Kommentar zum EUR/USD (ISIN: EU0009652759/ WKN: 965275).

Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron habe sich dafür gleich drei Tage Zeit genommen. Bundeskanzlerin Angela Merkel habe mit drei Stunden auskommen müssen. Dies sei angesichts der heiklen Aufgabe nicht gerade viel gewesen, zumal es auch Themen wie das Iran-Abkommen und die jüngste Annährung zwischen Nord- und Südkorea zu besprechen gegolten habe.


Das Ergebnis sei alles in allem ernüchternd gewesen: US-Präsident Donald Trump habe sich in der anschließenden Pressekonferenz zwar gut gelaunt gezeigt und sie mit zahlreichen Lobbekundungen ("wirklich gute Beziehungen") sowie Komplimenten (Merkel sei eine "außergewöhnliche Frau", was Trump mit etlichen Wangenküsschen zu unterstreichen versucht habe) garniert. Das freundliche Bild habe allerdings nicht darüber hinwegtäuschen können, dass man sich im Handelsstreit nicht wirklich näher gekommen sei. Zumindest habe keine Seite eindeutige Zeichen der Entwarnung geliefert. Die Enttäuschung habe nicht nur Merkel, sondern auch vielen Europäischen Exporteuren, die sich von diesem Treffen mehr Klarheit erhofft hätten, ins Gesicht geschrieben gestanden.

Allerdings würden nicht alle Marktbeobachter nur schwarz malen, falls eine Last-Minute-Lösung im Handelsstreit nicht zustande kommen sollte. Zuversicht habe beispielsweise die deutsche Außenhandelsgesellschaft Germany Trade and Invest (GTAI) versprüht, die eigens zu diesem Thema ein Papier veröffentlicht habe, das der Frage nachgehe, welche Folgen US-Strafzölle für deutsche Stahlprodukte haben könnten. Die Außenwirtschaftsagentur des Bundes halte die Auswirkungen von US-Strafzöllen demnach für überschaubar, da Deutschland ohnehin "vorrangig Speziallegierungen" liefere. Auch der Konflikt, den die USA und China derzeit miteinander ausfechten würden, könnte sich demnächst etwas entspannen. Chinas Regierung erwäge Medienberichten zufolge eine Öffnung des heimischen Automobilmarktes und könnte damit ein wichtiges Zeichen der Verhandlungsbereitschaft setzen. Importzölle auf Pkws könnten demnach bald halbiert werden.

Euro-und Dollarhändler würden die Entwicklung derzeit aus unterschiedlichen Blickwickeln betrachten. Das Herausfallen aus der ehemaligen Konsolidierungszone verstünden die einen als Signal dauerhafter Euro-Schwäche. Die anderen würden sich dazu ermutigt fühlen, günstige Euro-Kurse zum Einstieg zu nutzen. Das kurze Durchstoßen der 1,2070er Marke habe jedenfalls bisher keinen neuen Abwärtstrend (1,2030 und 1,1930) eingeleitet. (30.04.2018/ac/a/m)


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