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EUR/USD: Eurozone am Wachstumsgipfel?


23.04.2018
Deutsche Bank

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Wahrscheinlich sollte es sich nur dramatisch anhören, als das "Wall Street Journal" am vergangenen Freitag in einem seiner Beiträge titelte, einzelne Spitzenvertreter der EZB hätten unterschiedliche Sichtweisen zur Wirtschaft der Eurozone, so die Analysten der Deutschen Bank im Kommentar zum EUR/USD (ISIN: EU0009652759/ WKN: 965275).

Gemeint seien damit insbesondere EZB-Präsident Mario Draghi und Bundesbankpräsident Jens Weidmann gewesen, die sich am selben Tag zu diesem Thema geäußert hätten. Während Draghi die Betonung auf mögliche Risiken gelegt habe, da der derzeitige Wachstumszyklus in der Eurozone womöglich bereits seinen Gipfel hinter sich hätte, habe Jens Weidmann ein derartiges Szenario herunter gespielt. Zwar gäbe es für das erste Quartal 2018 Anzeichen einer Wachstumsverlangsamung in Deutschland, aber von einem Wendepunkt habe der Bundesbankpräsident nichts wissen wollen.

Indes: Letztlich handle es sich um keine neuen Standpunkte der geldpolitischen Taube Draghi und des Falken Weidmann. Um herauszufinden, wie die Befindlichkeiten im EZB-Rat seien, gebe es ja "glücklicherweise" immer wieder so genannte, mit dem Sachverhalt bestens vertraute offizielle EZB-Quellen, die naturgemäß nicht genannt werden möchten. Und demgemäß (vgl. Bloomberg) könnten sich die EZB-Entscheider womöglich sogar bis zu ihrem Treffen im Juli -zuvor sei man eigentlich diesbezüglich von der Juni-Sitzung ausgegangen - Zeit nehmen, um über die Beendigung des Anleihekaufprogramms zu befinden. Über eine Leitzinsstrategie sei formal gar nicht erst gesprochen worden. Mit anderen Worten: Anhänger einer strafferen Geldpolitik müssten sich gedulden, und dem Euro werde gleichzeitig ein bullishes Argument genommen. Immerhin werde am kommenden Donnerstag eine EZB-Sitzung stattfinden.

Aber auch von FED-Vertretern sei viel zu vernehmen gewesen. Das einzig bemerkenswerte Statement sei von Lael Brainard gekommen, die eigentlich eher als geldpolitische Taube unterwegs sei. Die Äußerung der FED-Direktorin im TV-Sender CNBC, der ökonomische Ausblick stünde im Einklang mit einer schrittweisen Erhöhung der FED-Funds-Rate (Leitzins) habe nicht nur für einen weiteren Anstieg der Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen (2,958 Prozent) auf den höchsten Stand seit Januar 2014 gesorgt. Zum Ende der Woche habe sich auch der Dollar gegenüber dem Euro deutlich durchsetzen können. Letzterer sei nämlich im Rahmen seiner Konsolidierung zwischen 1,2155 und 1,2555 auf den niedrigsten Stand seit zwei Wochen gefallen. (23.04.2018/ac/a/m)

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