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EUR/CHF: Schweizer Franken bleibt deutlich überwertet


02.10.2020
DekaBank

Frankfurt (www.forexcheck.de) - Eine spürbare Abwertung bleibt dem überbewerteten Schweizer Franken bis auf Weiteres verwehrt, so die Analysten der DekaBank.

Mit der zweiten Corona-Welle, der US-Wahl und dem Brexit bestünden derzeit viele Risiken für Konjunktur und Märkte, die die Nachfrage nach dem Franken als sicheren Hafen stützen würden. Seitens der Geldpolitik würden die Impulse für den EUR/CHF-Kurs (ISIN EU0009654078/ WKN 965407) unverändert neutral bleiben. Die Schweizerische Nationalbank werde noch lange mit Negativzinsen von -0,75% und Devisenkäufen gegen die Franken-Aufwertung vorgehen. Die Schweizer Inflationsentwicklung nahe der Null-Linie gebe der SNB viel Spielraum für ihren expansiven Kurs: Nach Corona-bedingten -0,6% in diesem Jahr erwarte die SNB Inflationsraten von 0,1% und 0,2% in den Jahren 2021-22. In Euroland sei die Inflation zwar höher, aber auch weit vom Inflationsziel der EZB entfernt. Geldpolitische Straffung liege auch hier in weiter Ferne.

EUR/CHF habe sich unverändert innerhalb der Handelsrange der letzten Wochen (1,0915 bis 1,0710) stabil seitwärts bewegen können. Erst ein Bruch einer der o.a. Eckpunkte sollte der dann eingeschlagenen Richtung neue Dynamik verleihen. Wochenschlusskurse unterhalb von 1,0700 würden weiterhin das Risiko in Richtung 1,0590 erhöhen.

Der Schweizer Franken bleibe deutlich überwertet. Mit ihrer politischen Neutralität und der soliden Wirtschaft sei die Schweiz als sicherer Hafen stark gefragt. Dafür würden die anhaltenden geopolitischen Risiken sowie seit Jahresanfang auch die Corona-Krise sorgen. So habe sich der EUR/CHF-Kurs von seinem Höhenflug auf knapp 1,20 im Frühjahr 2018 mittlerweile deutlich nach unten entfernt. Im Prognosezeitraum erwarten die Analysten der DekaBank eine nur langsame Aufwertung des Euro gegenüber dem Franken. Dabei seien seitens der Geldpolitik keine Impulse zu erwarten. Angesichts niedriger Inflationserwartungen sei die ultra-lockere Geldpolitik sowohl in Euroland (negativer Einlagensatz und Wertpapierkäufe) als auch in der Schweiz (Negativzinspolitik und Devisenkäufe) auf Jahre angelegt. Allerdings dürfte eine erfolgreiche Bewältigung der Corona-Krise den Franken etwas schwächen (nachlassende Risikowahrnehmung und Erholung der Euroland-Konjunktur). (Volkswirtschaft Währungen Ausgabe 10/2020) (02.10.2020/fx/a/t)

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