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EUR/USD: Längerfristiger Ausblick für Wachstums- und Zinsdifferenzen ist kursentscheidend


06.12.2019
National-Bank AG

Essen (www.forexcheck.de) - Maßgeblich für die Entwicklung des Dollarkurses zum Euro ist der längerfristige Ausblick für die Wachstums- und Zinsdifferenzen: Trifft unsere Analyse mit Blick auf die Gründe für den Abwärtstrend der europäischen Inflationsentwicklung zu, sollte die Aufspreizung des transatlantischen Zinsspreads solange anhalten, bis es in Europa zu einem geld- und wirtschaftspolitischen Regimewechsel kommt, so die Analysten der National-Bank AG.

Und ein solcher sei nach ihrem Erachten nicht in Sicht. Vor diesem Hintergrund würden sie davon ausgehen, dass der Generaltrend für die Gemeinschaftswährung weiter abwärts gerichtet bleibe. Im Ergebnis würden sie derzeit eine Aufwertung der US-Devise auf Kurse um EUR/USD 1,08 als am wahrscheinlichsten ansehen. Die auf Basis der fundamentalen Modelle errechneten gleichgewichtigen Werte lägen im Moment noch etwas höher als der aktuelle Kurs. Dahinter stehe auch maßgeblich, dass die Kapitalmarktzinsen in den USA stärker gesunken seien, als es der binnenwirtschaftlichen Entwicklung in den USA eigentlich angemessen wäre. Die Verschiebung der grundlegenden Bestimmungsfaktoren der europäischen Geldpolitik hin zu einer Verschärfung der "Liraisierung" des Euroraumes gehe dabei allerdings mit Strukturbrüchen einher, die sich in erhöhter Prognoseunsicherheit niederschlagen würden. Sollte sich die Interpretation der Analysten der National-Bank AG der unterschiedlichen Notenbankpfade bewahrheiten, könnte der US-Dollar auf die längere Frist noch über die letztgenannte Marke hinaus aufwerten.

Entgegen den Erwartungen der Analysten der National-Bank AG habe der Chinesische Renminbi (CNY) gegenüber dem Euro nur marginal aufwerten können. Wie sie bereits vermutet hätten, gehe diese Entwicklung vor allem auf die Entwicklung des Handelskonfliktes zurück: Zwar sei der relative Anteil des Außenhandelsüberschusses auch in China rückläufig - er habe zuletzt bei rund 1,2% des BIP rangiert. Grundsätzlich sei für China aber die Versuchung enorm groß, die zusätzlichen Zölle über eine Abwertung zu umgehen: Der internationale Handelsstreit sei damit gleichzeitig auch immer ein internationaler Währungskonflikt. So habe die chinesische Notenbank als Reaktion auf die Ausweitung der Strafzölle durch die Vereinigten Staaten eine kontrollierte Abwertung zulassen. Die Abwertung sei besonders stark gegenüber dem US-Dollar, aber auch gegenüber dem Währungskorb, der offiziell als Maßstab gelte, habe der Renminbi deutlich an Wert verloren. Die chinesische Regierung habe ihren US-Kontrahenten damit unzweideutig signalisieren können, dass sie das Instrument der Wechselkursanpassung zur Verfügung habe, um die durch die Zölle beabsichtigte Erhöhung der Dollarpreise chinesischer Exporte in den Vereinigten Staaten zu konterkarieren. Zwar habe die Abwertung naturgemäß auch Nachteile, da sie zum Beispiel den hohen Importbedarf Chinas erheblich verteuere. Gleichwohl bleibe der Anreiz für China, mit Abwertungen die Anhebung der Zölle zu konterkarieren, sehr groß. Der Kursverlauf des Renminbi werde daher bis auf weiteres eine Funktion der Handelsgespräche bleiben. Da der Renminbi die regionale Leitwährung Asiens sei, habe dies auch große Wirkungen auf die asiatisch bestimmten Währungen des hiesigen Dollarblocks. Die Analysten der National-Bank AG würden daher grundsätzlich an der Aufwertungserwartung festhalten, sie zögere sich aber weiter heraus. Konkret würden sie derzeit Kurse USD/CNY um 6,9 bzw. von EUR/CNY 7,45 auf Jahressicht erwarten. (06.12.2019/fx/a/t)

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