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EUR/CHF: Franken unter Aufwertungsdruck


14.08.2019
DekaBank

Frankfurt a. M. (www.forexcheck.de) - Der Schweizer Franken steht unter Aufwertungsdruck, so die Analysten der DekaBank.

Der EUR/CHF-Kurs notiere bei 1,09 auf einem Zweijahres-Tief. Die Franken-Stärke resultiere aus den gestiegenen hohen geopolitischen Risiken, die die Nachfrage nach sicheren Häfen befeuern würden. Dazu würden die nächste Eskalationsstufe im USA-China-Handelsstreit (Ankündigung des US-Präsidenten Trump, die Strafzölle im September auf alle chinesischen Importe auszuweiten) sowie das gestiegene Risiko eines No-Deal-Brexits mit Boris Johnson als neuem Premierminister in UK zählen. Auch schwache Konjunkturdaten aus Euroland sowie die ab September erwarteten Lockerungsmaßnahmen der EZB würden den Franken gegenüber dem Euro stützen.


EUR/CHF habe deutlich an Boden verloren. Nachdem die Unterstützung bei 1,0990 gebrochen worden sei, habe sich die Bewegung nochmal verstärkt (1,0864 low). Technisch nähere sich das Währungspaar leicht überverkauften Tendenzen. Dies verbessere die Chance einer technischen Euro Erholung (1,1000). In ruhigeres Fahrwasser sollte der Euro jedoch erst oberhalb von 1,1200 wieder kommen.

Der Schweizer Franken bleibe überwertet. Nachdem 2018 das gute wirtschaftliche Umfeld die Suche nach Sicherheit und damit die Nachfrage nach der Schweizer Währung über weite Strecken begrenzt habe und der EUR/CHF-Kurs somit sogar bis auf knapp 1,20 habe ansteigen können, würden nun geopolitische Risiken und eine schwächere globale Wachstumsdynamik die Risikowahrnehmung erhöhen. Mit ihrer politischen Neutralität und der soliden Wirtschaft sei die Schweiz als sicherer Hafen wieder stark gefragt.

Die Erwartung erneuter Lockerungsmaßnahmen der EZB (Senkungen des Einlagensatzes, Wiederaufnahme der Wertpapierkäufe), die mit schwachen Konjunkturdaten und niedrigen Inflationserwartungen in Euroland zusammenhängen würden, erschwere die Abwertung des Franken zusätzlich. Die SNB dürfte noch lange an ihrer Negativzinspolitik und Devisenkäufen gegen die Franken-Aufwertung festhalten. Langfristig würden die Analysten mit einer langsamen und volatilen Franken-Abwertung unter den Annahmen rechnen, dass sich die geopolitischen Risiken nicht extrem verschärfen würden und Eurolands moderater Aufschwung anhalte. (Ausgabe August/ September 2019) (14.08.2019/fx/a/t)



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