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EUR/GBP: Britisches Pfund bleibt zwischen Brexit-Hoffnung und -Sorge hin- und hergerissen


19.11.2018
DekaBank

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Im Fokus: Das britische Pfund bleibt zwischen Brexit-Hoffnung und -Sorge hin- und hergerissen, so die Analysten der DekaBank.

Nach einer Abwertung rund um den Oktober-Gipfel der EU, der abermals keinen Fortschritt gebracht habe, habe sich die Hoffnung durchgesetzt, bevor die Sorgen erneut die Oberhand gewonnen hätten. Das Kernproblem bleibe nach wie vor die nordirische Grenze und die Gespaltenheit in UK. Nach aktuellem Stand werde eine Zollunion für ganz UK angestrebt, bis die zukünftigen Beziehungen geklärt seien und man eine andere Lösung für Nordirland finde. Angesichts des vorherrschenden Tempos in den Verhandlungen scheine die Sorge der Brexit-Befürworter berechtigt, dass dies zu einer permanenten Lösung werde. Eine kündbare Zollunion widerspriche allerdings der Forderung der EU eines permanenten Backstopps. Falls keine rechtzeitige Einigung für einen November-Gipfel vorliege, verschiebe sich der Fokus auf den 13./14. Dezember. Währenddessen würden sich Medienberichte über Investitions- und Stellenverlagerungen von UK in die EU häufen, was sich negativ auf die langfristigen Wirtschaftsaussichten von UK auswirke.

Charttechnik: EUR/GBP habe seit Anfang September deutlich an Schwung verloren (von 0,9100 auf 0.8685). Neben dem unteren Punkt der genannten Range, finde der Euro Unterstützung bei 0,8610. Sollte diese Marke unterschritten werden, sei mit einem weiteren Rückgang in Richtung 0,8400 zu rechnen. Das Währungspaar bleibe volatil und aufgrund eines negativen Untertons in den Indikatoren werde derzeit ein weiterer Test nach Süden favorisiert.

Perspektiven: Das Ende der Brexit-Verhandlungen über das Austrittsabkommen stehe bevor. Sollte ein Deal zustande kommen, dürfte dies das britische Pfund nochmals deutlich unterstützen. In diesem Fall sollte auch die Bank of England wie erwartet im kommenden Jahr ihre Zinsanhebungen fortsetzen. Die anhaltende Unsicherheit über die zukünftigen Handelsbeziehungen und die nicht zuletzt aufgrund des Brexits moderaten Wachstumsaussichten würden aber das Aufwertungspotenzial begrenzen und dürften eine Rückkehr zu den Niveaus vor dem Referendum von unterhalb der 0,80 EUR/GBP-Marke erschweren. Nur ein harter, ungeordneter Brexit sollte eine deutliche Abwertung Richtung Parität gegenüber dem Euro nach sich ziehen. (19.11.2018/ac/a/m)

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