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Türkei: Die Lira erholt sich


17.10.2018
DekaBank

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Nach Wochen des Zauderns hat sich die türkische Politik daran gemacht, wieder Vertrauen zurückzugewinnen, so die Analysten der DekaBank.

In einem überraschend entschlossenen Schritt habe die Zentralbank am 13. September den Leitzins um 625 BP auf 24% angehoben. Allerdings sei auch die Inflationsrate im September von 17,9% auf 24,5% deutlich angestiegen, sodass der Druck auf die Zentralbank bereits wieder gewachsen sei, die Leitzinsen auf ihrer nächsten Sitzung am 25. Oktober anzuheben. Doch der Regierung schwebe eine andere Lösung des Inflationsproblems vor: Die Unternehmen seien angehalten worden, die Preise für die im Warenkorb enthaltenen Güter zeitnah um 10% zu senken. Dies könnte kurzfristig zu einer geringeren Inflationsrate führen, doch mittelfristig erscheine es kaum realistisch, die Türkei in eine Planwirtschaft zu verwandeln, in der die Preise von einer zentralen Stelle festgesetzt würden. Dem Versuch, das Vertrauen von Investoren und Verbrauchern zurückzugewinnen, sei diese Maßnahme mit Sicherheit nicht zuträglich gewesen.

Für Entspannung an den türkischen Kapitalmärkten habe dagegen die Freilassung des US-Pastors Brunson gesorgt. Der Streit über dessen Festhalten in türkischem Hausarrest habe zur Verhängung von US-Strafzöllen gegen türkische Produkte geführt und einen Tagesverlust der Türkischen Lira von 15% zur Folge gehabt. Doch auch nach dieser Geste des Entgegenkommens bestünden diverse außenpolitische Konfliktherde: So schwele der Konflikt mit den USA über den in den USA lebenden Predigers Fethullah Gülen, dessen Auslieferung die Türkei fordere. In der nordsyrischen Region Idlib könnten die Kämpfe wieder aufflammen. Zudem belaste das Verschwinden des saudischen Regimekritikers Jamal Kashoggi das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen der Türkei und Saudi-Arabien schwer.


Mit der Unternehmensstimmung in der Türkei sei es im September weiter nach unten gegangen: Der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe sei von 46,4 auf 42,7 Punkte gefallen. Die Analysten hätten ihre BIP-Prognose nach unten revidiert: Für 2018 würden sie nun noch ein BIP-Wachstum von 3,4% (bislang 3,9%) erwarten, für 2019 hätten sie ihre Erwartung von 1,3% auf 0,1% nach unten genommen. Die Türkische Lira habe sich trotz der schwachen Wirtschaftsentwicklung seit der Zinsanhebung am 13. September um rund 10% erholt.

Neben der Zinsanhebung und der Freilassung Brunsons habe die Währung auch von den Zahlen zur Leistungsbilanz profitiert, die für August einen Überschuss von 2,6 Mrd. US-Dollar ausgewiesen habe. Zwar sei der August aufgrund der großen Zahl von Türkei-Urlaubern immer ein relativ starker Monat, doch sei dies der höchste monatliche Leistungsbilanzüberschuss in der Geschichte gewesen. Die starke Abwertung befördere die Anpassung der Leistungsbilanz, was eine der Grundvoraussetzungen sei, um mittelfristig die Anfälligkeit der türkischen Wirtschaft zu reduzieren.

Der Währungsverfall habe zu deutlich steigenden Finanzierungskosten geführt und werde einige Unternehmen, die sich stark in Fremdwährung verschuldet hätten, in die Insolvenz stürzen. Die Investitionstätigkeit werde in den kommenden Quartalen stark leiden und eine Rezession erscheine unausweichlich. Die Verbraucher würden von dem starken Inflationsanstieg belastet. Langfristig müsste die Türkei ihr Wachstumsmodell stärker auf Exporte ausrichten, um das Problem in der Leistungsbilanz in den Griff zu bekommen.

Politische Fehlentwicklungen, das chronisch hohe Leistungsbilanzdefizit, steigende Auslandsverschuldung und der Glaubwürdigkeitsverlust der Geldpolitik hätten dazu geführt, dass die drei großen Ratingagenturen die Türkei in den vergangenen Jahren herabgestuft hätten. Mit S&P vergebe die erste Agentur seit August wieder ein Rating im Single -B -Bereich (B+), was seit 2005 nicht mehr der Fall gewesen sei. Die Währungskrise mache weitere Herabstufungen wahrscheinlich. (17.10.2018/ac/a/m)



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