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EUR/USD: Verschleierte Botschaften und leichtes Säbelrasseln


16.10.2018
Deutsche Bank

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Während sich viele Devisenmarktakteure noch am vergangenen Donnerstag und Freitag trotz der schwierigen Situation an den globalen Aktienmärkten kaum risikoavers zeigten, hat sich dies nun geändert, so die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Das werde vor allen Dingen an der Kursentwicklung von Schweizerfranken und Yen deutlich, die als Fluchtwährungen gestern nun doch noch mit Verspätung von neuen Ängsten einiger Marktteilnehmer profitiert hätten. Indes abermals bemerkenswert: Der Dollar habe von dieser Risikoeinstellung nicht profitieren können. Ursächlich für diese Entwicklung sei nach Händlerangaben die möglicherweise zu eskalieren drohende diplomatische Krise zwischen Saudi-Arabien und den USA um das Verschwinden des Kolumnisten der Washington Post, Jamal Khashoggi, gewesen. Denn Saudi-Arabien habe bereits am Sonntag damit gedroht, etwaige Strafmaßnahmen der USA im Zusammenhang mit Khashoggi umgehend mit sogar "noch stärkeren" Sanktionen zu vergelten.

Und wie diese aussehen könnten, habe ein Kommentar des Chefredakteurs des staatlichen Al-Arabiya News Network vermittelt, der offen über den Einsatz von Erdöl als Waffe geschrieben habe. Danach solle niemand ausschließen, dass der Ölpreis auf 100, 200 USD oder gar das Doppelte pro Barrel steigen könne. Auch wenn die saudische Botschaft in Washington diese Drohung später relativiert habe, indem sie klar gestellt habe, dass der Kommentar nicht die Haltung des Königreichs und der Regierungsvertreter Saudi-Arabiens darstelle, hätten einige dennoch von einem "Versuchsballon" gesprochen.

Was immer mit dieser verschleierten Botschaft auch erreicht werden sollte - einige Kommentatoren hätten bereits darauf hingewiesen, dass Saudi-Arabien damit das 45 Jahre alte Tabu (man erinnere sich an die Ölkrise der Jahre 1973/74) brechen würde, Öl und Politik auseinanderzuhalten. Tatsächlich rechne man vielerorts damit, dass die Trump-Administration - trotz Ankündigung ernsthafter Maßnahmen - letztlich die möglichen diplomatischen Folgen der Khashoggi-Affäre so gering wie möglich halten werde. Am Ende habe sich der Euro (ISIN EU0009652759/ WKN 965275) gestern trotz seines kurzfristigen Abwärtstrends zwischen 1,1665 und 1,1335 (nochmals verengt) gegenüber dem Dollar recht ordentlich gehalten. (16.10.2018/ac/a/m)

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