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EUR/GBP: Stimmung komplett gedreht


16.10.2018
Deutsche Bank

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Geht man eine Woche zurück, kann man feststellen, dass sich das Britische Pfund anfangs gegenüber dem Euro (ISIN EU0009653088/ WKN 965308) nicht viel schwächer als am gestrigen Handelstag präsentierte, so die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Nur seien die Vorzeichen bei den Brexit-Verhandlungen damals andere gewesen. Während man sowohl bei der EU als auch bei der britischen Seite noch vor Wochenfrist großen Optimismus habe feststellen können, dass bald schon ein Brexit-Deal zustande kommen werde, habe sich seit Sonntag die Stimmung komplett gedreht. Nun werde es bis zum Mittwoch, wenn der EU-Gipfel beginne, offenbar keine weiteren Verhandlungen geben. Zumindest habe der stellvertretende Premierminister Irlands, Simon Coveney, seine Enttäuschung und die vieler anderer Staaten zum Ausdruck gebracht, weil sich die britische Seite von den Gesprächen vor Beginn des EU-Gipfels praktisch "ausgeklinkt" habe.

Und die nordirische Democratic Unionist Party (DUP) gehe offensichtlich bereits jetzt schon davon aus, dass ein Brexit ohne Abkommen wahrscheinlich unvermeidbar sein werde. Ganz zu schweigen von den innerparteilichen Querelen, mit denen sich die britische Premierministerin herumzuschlagen habe. Denn einem BBC-Tweet zufolge würden zu allem Überfluss auch noch einige britische Abgeordnete versuchen, Theresa May unter Zuhilfenahme ernster Warnungen dazu zu bewegen, ihren Chequers-Entwurf in Sachen Brexit komplett fallen zu lassen. Fast scheine es - egal, wofür sich Theresa May entscheiden werde -, als könne sie es ohnehin niemandem recht machen.

Umso überraschender sei Mays Auftritt gestern Nachmittag im britischen Unterhaus gewesen, als sie sich ausgesprochen optimistisch hinsichtlich der bisher erreichten Ergebnisse bei den Verhandlungen mit der EU (große Fortschritte, nur wenige ungelöste Punkte) gezeigt habe. Unterdessen habe der Euro zwar seinen kurzfristigen Abwärtstrend von 0,8835/40 bis nunmehr 0,8685 so gut wie komplett von unten nach oben durchquert, aber die Händler scheinen derzeit noch nicht den richtigen Mut gefunden zu haben, die Gemeinschaftswährung wieder in neutrales Territorium zu hieven. (16.10.2018/ac/a/m)

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