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EUR/GBP: Risiko eines harten Brexits spiegelt sich in der Pfund-Schwäche wider


12.09.2018
DekaBank

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Mit Näherrücken der Frist für die Einigung auf das Austrittsabkommen im Brexit-Prozess bleibt das Britische Pfund unter Druck und damit nah an seinen Jahreshöchstständen um 0,90 EUR/GBP (ISIN EU0009653088/ WKN 965308), berichten die Analysten der DekaBank.

Immer noch würden wichtige Fragen zu Nordirland und den zukünftigen Beziehungen offen bleiben. Allerdings sei auf beiden Seiten auch Kompromissbereitschaft zu erkennen. Eine Fristverlängerung von Oktober auf November werde mittlerweile als gesetzt gesehen, jedoch würden die britische Regierung und das Parlament uneins in der Brexit-Frage bleiben, was die Kompromissfähigkeit der Regierung einschränke und eine Einigung erschwere. Das Risiko eines harten Brexits spiegele sich in der Pfund-Schwäche wider. Sollte sich abzeichnen, dass die Verhandlungen ergebnislos verlaufen würden, wäre nochmals eine deutliche Abwertung zu erwarten, obwohl auch hier entscheidend wäre, ob beide Seiten bemüht seien, die Effekte eines harten Brexits abzumildern oder ob die Fronten so verhärtet seien, dass ein chaotischer Brexit die einzige Option sei. Ein Scheitern der Verhandlungen würde aber frühestens im Dezember konstatiert werden, bis dahin würden Hoffnungen auf eine Einigung durchaus berechtigt bleiben.

EUR/GBP habe am 07.09., innerhalb des aktuellen Aufwärtstrends, eine deutliche Korrekturbewegung zugunsten des Britischen Pfunds vollzogen. Im Falle eines nachhaltigen Bruchs der Unterstützung bei 0,8850 sollten sich die Chancen für das Pfund weiter verbessern. Auf der oberen Seite sei ein Anstieg über 0,9050 nötig, um dem Euro neuen Schwung Richtung 0,9200 zu verleihen.

Das britische Brexit-Referendum habe das Pfund bereits seit Ende 2015 stark abwerten lassen. Nun, im Brexit-Prozess, würden hohe Schwankungen und ein Abwertungsrisiko ständige Begleiter bleiben. Aufgrund großer politischer und wirtschaftlicher Unsicherheit über die zukünftigen britischen Handelsbeziehungen zur EU dürfte das Pfund deutlich schwächer notieren als vor dem Referendum (damals unter 0,80 EUR/GBP) und zwischen einem EUR/GBP-Kurs von 0,85 und 0,95 schwanken - je nach Verlauf der Austrittsverhandlungen. Nach der letzten Zinsanhebung auf 0,75% im August werde die Bank of England nun erst einmal die Brexit-Verhandlungen abwarten. (Ausgabe 09/2018) (12.09.2018/ac/a/m)

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