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EUR/USD: Über die Budgets von Fußball und Politik


08.08.2018
Deutsche Bank

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Wahrscheinlich wird von der Öffentlichkeit zurzeit stärker wahrgenommen, dass in Italien der Start des Fußball-Spielbetriebs in der dritten Liga (Serie C) verschoben werden muss, als das für heute geplante Treffen von führenden Politikern, die über den Haushalt beraten wollen, berichtet die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Und doch gebe es einige Gemeinsamkeiten zwischen Fußball und Politik. Denn der Saisonbeginn in der Serie C müsse vom 18. August auf den 1. September verlegt werden, da dem Vernehmen nach zu viele Clubs die finanziellen Mindeststandards nicht erfüllen würden. Und die Politik müsse über ein Defizit befinden, das nach gestrigen Angaben des Chefs der Haushaltskommission im italienischen Parlament, Claudio Borghi, nur "ein wenig höher" sein müsse, um die heimische Nachfrage zu stimulieren. Wobei das "ein wenig höher" des Euro-Kritikers wahrscheinlich eine Untertreibung sein dürfte. In diesem Zusammenhang bekomme übrigens die Aussage des stellvertretenden Ministerpräsidenten Italiens, Luigi di Maio, der am Dienstag erklärt habe, für den nächsten Haushalt seien die fiskalischen Regeln (der EU) nicht von oberster Priorität, noch einmal ein anderes Gewicht.


Indes: Die Renditen der italienischen Staatsanleihen hätten gestern ein bisschen nachgegeben. Ein Umstand, der dem Euro zumindest nicht geschadet haben dürfte. Auch schien der Euro immun dagegen zu sein, dass die Zahlen zur deutschen Industrieproduktion im Juni die Mini-Serie schwacher Daten vom Vortag fortgesetzt hat, so die Deutsche Bank AG. So sei der Rückgang mit -0,9 Prozent deutlicher als erwartet ausgefallen.

Tatsächlich habe sich die Gemeinschaftswährung gestern etwas erholt, aber es falle schwer, diese Bewegung einzuordnen, die man eigentlich nur unter der Lupe erkennen könne. Und so gesehen seien die Argumente der Akteure auch nicht gerade überzeugend. Denn Kommentatoren würden mit einem Male den Handelsstreit zwischen den USA und China in einem nicht so grellen Licht sehen wie an den Tagen zuvor. Als ob nie etwas gewesen sei. Möglicherweise aber auch, weil es China gelungen sei, die Talfahrt des Yuan gegenüber dem US-Dollar zumindest vorübergehend zu stoppen, weswegen der Greenback auch gegenüber anderen Valuten gestern angeblich nicht weiter vorangekommen sei, habe es geheißen. Zumindest solle sich die chinesische Zentralbank Medienberichten zufolge mit den am Yuan-Fixing beteiligten Banken gestern ins Benehmen gesetzt zu haben, um Herdenverhalten und sich (im Abwärtstrend) selbst verstärkende trendfolgende Kursentwicklungen ("momentum-chasing moves") einzudämmen.

Und so sei der Euro auch am Ende des gestrigen Handelstages innerhalb seiner Konsolidierung zwischen 1,1505 und 1,1855 EUR/USD (ISIN EU0009652759/ WKN 965275) geblieben. (08.08.2018/ac/a/m)


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