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EUR/USD konnte sich durch kurzfristige Impulse leicht befestigen


29.06.2018
Deutsche Bank

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Euro-Händlern fiel es gestern schwer, eine Richtung zu finden, berichtet die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Zum einen, weil es ausgesehen habe, als würden die USA im Handelskonflikt mit China ein wenig zurückweichen. So habe die US-Administration bereits am Mittwoch beschlossen, kein neues Regelwerk zu entwerfen, um chinesische Investments in den USA zu kontrollieren. Aber unter den Akteuren seien Zweifel entstanden, ob stattdessen ein reformierter behördenübergreifender CFIUS-Ausschuss (Committee on Foreign Investments in the US), dessen Aufgabe es wäre, bestimmte Staaten strenger zu überprüfen, tatsächlich ein Entgegenkommen für China bedeuten würde. Denn der jüngst ins Amt zurückgekehrte Wirtschaftsberater Donald Trumps, Larry Kudlow, habe deutlich gemacht, dass der US-Präsident seinen Standpunkt (gegenüber China) keineswegs abgemildert habe.


Auf der anderen Seite beunruhige der starke Verfall der chinesischen Währung. So werde der Yuan gegenüber dem US-Dollar wahrscheinlich den Juni mit dem größten monatlichen Kursverlust seit 1994 beschließen. Zumindest habe der Yuan während der vergangenen beiden Wochen um 3,7 Prozent abgewertet, eine Größenordnung, die fast der "offiziellen Abwertung" der chinesischen Währung aus dem Jahr 2015 entspreche. Schließlich habe auch das Warten auf Ergebnisse vom EU-Gipfel auf den Finanzmärkten gelastet. Dabei habe es heute früh immerhin ein erstes Resultat zu vermelden gegeben: Beim Gipfel sei (für manche Akteure überraschend) eine Einigung über die Asylpolitik erzielt worden. Nun stehe für heute der Brexit auf der Tagesordnung.

Die unsichere politische Gemengelage habe schließlich dafür gesorgt, dass die Händler ihr Augenmerk zumindest während der europäischen Handelssitzung wieder mehr auf ökonomische Daten gerichtet hätten. Während der GfK-Konsumklimaindex geringfügig besser als erwartet ausgefallen sei, habe es bei den vorläufigen deutschen Verbraucherpreisen für den Monat Juni eine Punktlandung hinsichtlich der Erwartung der Ökonomen gegeben, sowohl im Vergleich zum Vormonat (+0,1 Prozent) als auch gegenüber dem Vorjahr (+2,1 Prozent).

Enttäuschend seien hingegen die Zahlen zum Wachstum des ersten Quartals in den USA gewesen, denn dieses habe annualisiert von 2,2 auf 2,0 Prozent herunter revidiert werden müssen, während der Deflator im ersten Quartal von 1,9 auf 2,2 Prozent korrigiert worden sei. Per saldo habe sich der Euro gestern durch kurzfristige Impulse leicht befestigen können und heute früh einen weiteren Schub bekommen. Dennoch bleibe der Euro aber in der unteren Hälfte seiner Konsolidierungszone zwischen 1,1505 und 1,1850/55 EUR/USD (ISIN EU0009652759/ WKN 965275). (29.06.2018/ac/a/m)


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