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EUR/USD: Nachrichtenlage keineswegs günstig


26.06.2018
Deutsche Bank

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Auch gestern war die Nachrichtenlage für den Euro keineswegs günstig, berichtet die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Seien es Ende vergangener Woche noch die Einkaufsmanagerindices gewesen, die der Gemeinschaftswährung Auftrieb gegeben hätten, habe zuletzt der ifo Geschäftsklimaindex enttäuscht - allerdings nicht wirklich, was die eigentlichen Zahlen angegangen sei. Vielmehr sei es die Einschätzung von ifo-Volkswirt Klaus Wohlrabe gewesen, die kein gutes Licht auf den Index geworfen habe. Jener habe nämlich geäußert, dass der Boom in Deutschland vorbei und die Wirtschaft auf einem Weg zur Normalisierung sei. Auch seien die Erwartungen für den Export weiter gefallen, während die Unsicherheit wegen des US-Handelskriegs zugenommen habe, habe man lesen können.


Einige Zeit später seien dann einige Kommentatoren doch überzeugt gewesen, es hätte schlimmer kommen können. Allerdings dürften viele Unternehmensführer zum Zeitpunkt der Erhebung auch deswegen hinsichtlich der Konjunktur-Erwartungen nicht ihren Daumen gesenkt haben, weil die Koalitionskrise in der Juni-Umfrage noch nicht enthalten gewesen sei. Genauso wenig wie die gestern kolportierten Erwägungen des US-Finanzministeriums. Danach sollte (chinesischen) Investoren der Kauf bestimmter US-Technologieunternehmen ab einer gewissen Größenordnung - die Rede sei von einer Grenze von mehr als 25 Prozent der jeweiligen US-Firmenanteile - untersagt werden. Interessanterweise hätten die Börsen (auch in den USA) teils mit deutlichen Abschlägen reagiert. Aber im Devisenhandel seien Wellen der Risikoaversion, etwa Ströme in die typischen Fluchtwährungen wie Franken und Yen, bislang ausgeblieben.

Aber auch Italien hätte für Euroskeptiker neue Argumente geliefert. Denn bei den dortigen Kommunalwahlen habe Matteo Salvinis Lega Nord wichtige Stadtparlamente für sich erobern können, ganz zu schweigen davon, dass 28 Prozent der Wähler jüngsten Umfragen zufolge (doppelt so viel wie vor der Wahl am 4. März) mittlerweile die Lega unterstützen würden.

Suche man indes nach einem Auslöser für den gestrigen Euro-Aufschwung seit dem Tagestief von 1,1625 EUR/USD (ISIN EU0009652759/ WKN 965275), finde man zeitgleich nur ein ökonomisches Ereignis aus Österreich: Dort habe die Industrieproduktion mit 5,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr deutlich höher gelegen als erwartet. Immerhin: Am Nachmittag sei auch noch die neueste Wachstumsvorhersage des IWF für Österreich bekannt geworden: Danach solle das österreichische Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um 3,0 Prozent wachsen. Allerdings sei fraglich, ob sich die Gemeinschaftswährung deswegen zum Ende der europäischen Handelssitzung über die Mitte ihrer Konsolidierungszone zwischen 1,1505 und 1,1850/55 befestigt habe. (26.06.2018/ac/a/m)


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