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EUR/CHF: Abkühlung der weltwirtschaftlichen Dynamik und politische Risiken könnten Nachfrage nach Franken befeuern


12.06.2018
DekaBank

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Der Abwertungstrend des Schweizer Franken gegenüber dem Euro hat im vergangenen Monat eine Pause eingelegt, berichten die Analysten der DekaBank.

Der EUR/CHF-Wechselkurs (ISIN EU0009654078/ WKN 965407) sei Richtung 1,15 abgefallen und habe damit zeitweise das tiefste Niveau seit acht Monaten erreicht. Sorgen um den Euro im Zuge der turbulenten Regierungsbildung in Italien hätten dabei den Franken erstmals seit langer Zeit wieder als sicheren Hafen attraktiv gemacht. Gleichzeitig sei aber auch in der Schweiz das erste Quartal etwas besser ausgefallen als erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt habe um 0,6% gegenüber dem Vorquartal zugelegt. Insbesondere privater Konsum und Anlageinvestitionen hätten gestützt, der Außenbeitrag habe belastet. Die Inflation habe im Mai stärker angezogen als erwartet, bleibe aber weiterhin moderat. Die Zentralbank dürfte den Rückschlag bei der Franken-Entwicklung mit Sorge betrachten und vorerst keine Kursänderung vornehmen.

EUR/CHF habe die Konsolidierung in der Berichtsperiode deutlich fortgesetzt, nachdem das Währungspaar an der 1,20er Marke gescheitert sei. Das Währungspaar handle nun in einer neutralen Handelsspanne um 1,1805 und 1,1520. Eine weitere Korrektur Richtung des starken Widerstands bei 1.1350 scheine aufgrund der Indikatoren nicht vollständig ausgeschlossen, der neutrale Handel werde jedoch favorisiert.

Der Schweizer Franken habe seit Mitte 2017 gegenüber dem Euro deutlich an Stärke eingebüßt. Auf der einen Seite habe die Suche nach Sicherheit deutlich abgenommen, zum anderen mache die EZB erste Schritte, ihre lockere Geldpolitik zurückzufahren. Zwar dürfte der Franken auch 2018 noch überbewertet bleiben und die SNB von Überlegungen abhalten, die Zinsen anzuheben. Allerdings könnte die Zentralbank bei anhaltendem Abwertungstrend in diesem Jahr ihre Bereitschaft deutlich zurücknehmen, am Devisenmarkt zu intervenieren. Eine Abkühlung der weltwirtschaftlichen Dynamik sowie politische Risiken könnten aber immer wieder die Suche nach einem sicheren Hafen und damit die Nachfrage nach CHF befeuern. Dank politischer Neutralität und widerstandsfähiger Wirtschaft (solide Staatsfinanzen und Arbeitsmarkt, innovationsstarke Wirtschaft mit konkurrenzfähigen Produkten) werde die Schweiz auch in Zukunft bei erhöhter Unsicherheit insbesondere risikoscheue Anleger anziehen. (Ausgabe 06/2018 - Juni/Juli) (12.06.2018/ac/a/m)

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