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EUR/USD durchbricht 1,24-Marke vor EZB-Sitzung


25.01.2018
HSH Nordbank AG

Hamburg (www.aktiencheck.de) - Die Euro-Stärke (ISIN EU0009652759/ WKN 965275) hält an, so die Analysten der HSH Nordbank AG.

Die Gemeinschaftswährung habe auf Wochensicht erneut Boden gegenüber dem US-Dollar gut machen können und notiere gegenwärtig über 1,24 US-Dollar (1,8%). Seit Beginn des Jahres 2018 habe der Euro somit bereits rund 3,4% gegenüber dem Greenback aufgewertet. Die Außenwertentwicklung des Euro werde seitens der EZB unterschiedlich bewertet. Verschiedene Notenbanker würden betonen, dass die Euro-Rally den Inflationszielen der EZB entgegen laufe und den Preisauftrieb im Währungsraum so unterminiere. Auf der anderen Seite reflektiere ein starker Euro auch die Hochkonjunktur in vielen Teilen Europas.


Erst am Montag (22.01.) habe der IWF die diesjährigen Wachstumsziele für viele europäische Volkswirtschaften angehoben (u.a. Deutschland auf 2,3%). Somit sei die Euro-Stärke fundamental gerechtfertigt. Da sich die Konjunktur in den südlichen Euro-Staaten jedoch weitaus weniger dynamisch entwickle, so prognostiziere der IWF für Italien ein Wachstum von 1,4% in 2018, seien höhere EUR/USD-Kurse für die Unternehmen dieser Länder noch verfrüht. EZB-Präsident Mario Draghi werde auf der heutigen Notenbanksitzung vermutlich auch zum Wechselkurs Stellung beziehen. Eine Betonung der negativen Effekte der Wechselkursentwicklung auf die Teuerungsrate könnte dem Euro-Auftrieb zu einer Atempause verhelfen.

Das Britische Pfund gehe leicht gestärkt aus der Handelswoche und EUR/GBP (ISIN EU0009653088/ WKN 965308) notiere gegenwärtig bei 0,8702 (-1,3%). Die Sterling-Nachfrage habe nach Veröffentlichung der Lohnzuwächse (24.01.) angezogen. Die britischen Arbeitsnehmer könnten sich laut der jüngsten Datenerhebung über Lohnsteigerungen von 2,5% YoY freuen. Das Reallohnwachstum bleibe damit jedoch weiterhin negativ, da die Verbraucherpreisinflation weiterhin sämtliche Lohnsteigerungen untergrabe. Zudem seien keine Fortschritte bei den Brexit-Verhandlungen zu bemerken. Daher seien die Analysten weiterhin skeptisch, ob die Sterling-Stärke vielmehr nur eine Momentaufnahme sei.

Der Yen habe gegenüber dem US-Dollar weiter aufwerten können. USD/JPY (ISIN XC000965991) liege momentan bei 109,20 und habe zwischenzeitlich sogar die Marke von 109 unterschritten. Der Wechselkurs sei seit Jahresbeginn bereits um 3,2% gesunken. Die Wertentwicklung reflektiere sowohl die momentane Dollar-Schwäche als auch ökonomische Zuversicht für Japan. Der Dollar-Index sei zuletzt unter die Marke von 90 gesunken, den schwächsten Wert seit Dezember 2014. Japans Wirtschaft sei laut IWF-Schätzung in 2017 um 1,8% gewachsen, was Tapering-Spekulationen sogar bei der extrem dovishen BoJ befeuert habe.

Indes würden führende US-Politiker, u.a. Finanzminister Mnuchin, die kurzfristigen Vorzüge eines schwächelnden US-Dollars für exportorientierte US-Unternehmen betonen. Die Dollar-Abwertung könnte die Wettbewerbsbedingungen für "Corporate America" sogar soweit verbessern, dass die US-Regierung auch von breit gefassten Handelsrestriktionen absehe. Die Analysten werden eine Stärkung des Yen auch über die nächste Woche anstehende FED-Sitzung (31.01.) hinaus erwarten. (25.01.2018/ac/a/m)



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